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AC/DC
24.05.09 Ernst Happel Stadion Wien
24. Mai 2009, ein Sonntag in Wien. Hochsommerliche Temperaturen lassen den Bierkonsum in die Höhe schnellen, während sich bereits am frühen Nachmittag ein paar tausend Fans vor und um das Praterstadion versammeln, um einem Konzerthöhepunkt des Jahres beizuwohnen.
AC Blitz DC sind gekommen um zu rocken - laut und hart zu rocken.
Doch bevor man den Heroen von Down-Under zujubeln kann, gilt es noch ein paar kleinere Hürden zu überwinden. Die erste Herausvorderung wäre die enorme Warteschlange am Einlass, welcher um ca. 16:20 Uhr aufgemacht wurde. Ist diese geschafft, beginnt der Run vor die Bühne, denn nur wer schnell ist kann sich einen Platz am Graben, der die Frontstage von den normalen Stehplätzen trennt, sichern und hat somit auch eine hervorragende Sicht auf das Geschehen auf der Bühne.
Vor einem noch leidlich gefüllten Stadion eröffnete nach einiger Zeit die Claudia Cane Band die Bühne. Da mir die Dame nicht bekannt ist, kann ich nicht großartig viel dazu sagen. Der ganze Auftritt war mehr oder weniger belanglos, ich erkannte jedoch eine Coverversion von Janis Joplin.
Die zweite und „richtige" Vorband des Abends waren The Answer aus Nordirland.
So wie jede Vorband bei AC/DC fanden auch diese Jungs beim Publikum nur wenig Beachtung, wurden aber wenigstens nicht ausgebuht, sondern sogar mit Applaus bedankt, während sie ihr aktuelles Album „Everyday Demons" promoteten. Sie schlossen ihr Set mit „Under The Sky" vom starken Vorgänger „Rise". Ich kann mir die Band jedoch viel besser in einem kleinen, gemütlichen Club vorstellen, als auf der großen Bühne. Als Supportband hat man es bei AC/DC einfach sehr schwer, außer man heißt wie 1991 in Graz- Metallica.
Um 21:00 Uhr ging es endlich los. Ein witziger Zeichentrick-Intro-Film zeigt Angus im „Rock N'Roll Train", welcher dann sogleich auf die Bühne kracht. AC/DC beginnen ihre Show mit einem fulminanten Einschlag. Auf den ersten Song vom aktuellen Album „Black Ice" folgen „Hell Ain't a Bad Place to Be" und „Back in Black".
Ab „Dirty Deeds Done Dirt Cheap" kocht das Stadion. Die Show ist gespickt mit Klassikern „Shot Down in Flames", „Thunderstruck", „The Jack", „Hells Bells" inkl. obligatorischer Glocke und Angus überall. Einmal vorne, hinten, dann schon wieder links am Bühnenrand flitzt der kleine Mittfünfziger herum wie Rumpelstilzchen in seinen besten Tagen.
Da sieht man auch gerne darüber hinweg, das Brian Johnsons Stimme dem Alter und sicherlich dem Zigarettenkonsum etwas Tribut zollen musste.
Dennoch gönnen sich die alten Recken keine Pause. Es geht weiter mit „Shoot to Thrill" und „Warmachine" vom neuen Album. „You Shook Me all Night Long", „TNT" und vor allem die hübsche, aufgeblasene „Whole Lotta Rosie" dominieren die zweite Hälfte der Show. Das offizielle Set wird mit „Let there Be Rock" abgeschlossen.
Als Zugabe bekommt der geneigte Fan nach kurzer Pause noch „Highway to Hell" zu hören, bevor er mit „For Those About to Rock (We Salute You)" und wildem Kanonendonner hinauskomplimentiert wird.
So, nun ist es vorbei, mein erstes AC/DC Konzert. ( Und mein viertes ,Manfred ) Noch leicht betäubt verweile ich noch im Stadion um dem Gedränge an den Ausgängen zu entgehen. Meine Eindrücke sind jedoch etwas gemischt, möchte aber vorneweg sagen, dass es mir schon sehr gut gefallen hat. Die Show war geil, Songauswahl war auch in Ordnung, obwohl mit „Thunderstruck" nur ein Song vom genialen Razors Edge Album vertreten war.
Ich wüsste nicht was ich großartig bemäkeln sollte. Der informierte Fan bekam die AC/DC die er erwartete und der von den Medien gelockte Mainstream-Konsument bekam eine Show um die Ohren gehauen, von denen er seinen Enkeln noch erzählen kann.
Wenn ich wirklich etwas finden soll, was mir nicht so zugesagt hat, dann ist es der Umstand, dass die Show jede Spontanität vermissen lässt. Alles läuft nach Schema F ab. Jede Einlage die Angus und Brian aufs Parkett legen ist geplant. Wenn ich sie mir heute in einer anderen Stadt anschauen würde, sähe ich Schritt für Schritt die gleiche Vorführung. Aber das ist ja bei anderen großen Acts mit ausgefeilter Bühnenshow nicht anders und somit leicht zu verkraften.
Auch die Preise und Abzocke (zB. 10 Euro für die Blinkhörner) brauche ich nicht erwähnen, das war zu erwarten, und das muss man wohl auch in Kauf nehmen - Augen zu und durch...
Abschließend kann ich sagen, dass es objektiv betrachtet ein sehr gutes Konzert war, das man einmal gesehen haben muss. Ob es für mich noch ein zweites Mal AC/DC geben wird, weiß ich noch nicht. Ich hab sicherlich schon Konzerte besucht, die mir emotional besser gefallen haben.
Soweit meine Eindrücke. Dass ich in der Jugendherberge (ja wir waren billig unterwegs) im Vollsud mein Bett selbst überziehen musste und das Handtuch (Was ich natürlich wieder zuhause vergessen habe), selber mitnehmen musste, ist eine andere Geschichte....
Und ich bin gespannt ob die AC/DC Fans, die uns erklären wollten, das der größte Hit der Australier „Number of the Beast" heißt, beim nächsten Mal auch wieder dabei sind. Wir werden sehen. Und der Orden für die tapferste Frau beim Konzert, geht nach Kärnten. Sie war mit ihren Mann das erste mal auf einen Konzert und bezeichnete AC/DC als 2,5 Stunden, Krach von der Basis- Aber durchgehalten hat sie trotzdem-
Kompliment.
SETLIST:
01 Rock 'N Roll Train
02 Hell Ain't A Bad Place To Be
03 Back In Black
04 Big Jack
05 Dirty Deeds Done Dirt Cheap
06 Shot down in Flames
07 Thunderstruck
08 Black Ice
09 The Jack
10 Hells Bells
11 Shoot To Thrill
12 War Machine
13 Anything goes
14 You shock me all Night long
15 TNT
16 Whole Lotta Rosie
17 Let There Be Rock
18 Highway To Hell
19 For Those About To Rock
Für euch vor Ort waren Manfred & Gerhard im Schlepptau den Thomas Kalb
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