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Counterweight, The Cassidy Scenario & Show Your Teeth
10.07.09 - 11-07-09 Zeckenstadion Söbriach
Zum zweiten Mal rief die KV Hells Crew zum Open Air ins Zeckenstadion in Söbriach und diesmal hatte man das Festival gleich auf zwei Tage ausgeweitet und da hatte man außer den größeren Bands sich kleine, feine Fische ans Land gezogen. Nach getaner Anreise, die ohne Nennenswerte Probleme vollzogen werden konnte begutachtete die Metal Underground Crew das Festival bzw. Campinggelände und man konnte sehen das die Hells Crew wieder mit Herzblut bei der Arbeit war und man binnen kurzer Zeit das Gelände Festival tauglich hergestellt hatte. Na da hieß es nur mehr Feuer frei und warten bis der Startschuss viel, doch bis dahin vertrieben wir uns die Zeit unsere Unterkunft zu beziehen bzw. den Magen mit etwas essbaren zu versorgen.
10.07.09
Der Startschuss fiel mit Hardcore der melodiösen Art. Selbiger wurde von den Wolfsbergern Scars of Disparagement zelebriert die mit dem Heimvorteil nicht viel anfangen konnten. Sehr schade und so verschallte ihre Musik in den weiten des Areals. War schon etwas traurig, denn Christoph Kunter (voc), Benjamin Theuermann (guit), Hermann Angerer (guit), Christian Raneg (bass) und Siegfried Strauß (drums) hatten viel Potential für sich gepachtet und diese Qualität bretterten sie mit viel Melodie Reihenweise vom Stapel. Trotz der noch geringen Zuschauermenge ackerten die Jungs auf der Stage als wäre vor der Absperrung das dichteste Gedränge. Zum Ende hin versammelten sich dann spärlich die ersten Besucher vor bzw. rund um die Absperrung um sich erst einmal das Festival vom Hard Core der Wolfsberger Recken gemütlich einweihen zu lassen. 50 Minuten lang spielten sich die Hardcorler den sprichwörtlichen Arsch wund und nach der Spielzeit hatte man noch immer viel Grinsen im Gesicht und das steht für die Herrschaften die es trotzdem genossen haben das Festival zu eröffnen.
Von Beginn an ein völlig anderes Bild war nun bei den Obervellachern Hawkstone auszumachen. Deutlich mehr Fans standen nun vor der Bühne um gleich vom Stand weg Party zu machen. Thomas Coopersmith (voc), Fabio Schurischuster (guit), Markus Daberer (guit), Alex Grader (bass) und Peter Holzer konnten diese treue Fanbase bestens unterhalten und so bliesen uns die Jungspunde mit ihrem Material, welches irgendwo eine Schnittmenge aus Death und Dark Power Metal zu sein schien die Gehörgänge durch. Viele vor der Absperrung ließen sich nicht lange bitten und starteten ihre Haarventilatoren und bangten sich schon mal gehörig warm. Eine recht imposante Erscheinung hat man hier mit dem Frontmann, doch warum er streckenweise die Ansagen immer in English durchsagen musste war mir ein wenig schleierhaft, denn was hatte er denn erwartet. So grinsten sich die Herrschaften von der Presse einen ab und wurden dabei von den Klängen und dem Können dieser Kärntner Jungspunde gut unterhalten.
Die Hausband des Hell Over Vellach Festivals, nämlich Madog waren nun an der Reihe mit ihrem Power Metal die Leute bei der Laune zu halten. Wer diese Mannschaft kennt weis dass es ihnen immer mit einer Leichtigkeit gelingt für Unterhaltung zu sorgen. Alex Humer (guit) Hans Zedrosser (guit & voc), Otto Zedrosser (bass) und Chris Koller (drums) wurden gleich vom Fleck weg freudig begrüßt und bejubelt. Trotzdem das man sich in den letzten Jahren immer mehr rar gemacht hat konnte man gleich sehen diese alten Szenehasen legten einen gehörigen Auftritt aufs Bankett und ließen nichts anbrennen. So wurden die Kärntner True Power Metaller weiterhin nach Leibeskräften angefeuert und man suhlte sich mit Freuden im Klange der Freudenrufe der Besucher auf dem Gelände. So war es auch nicht verwunderlich das sich sehr viele vor den Brettern eingefunden hatten um in den Genuss von Madog zu kommen. Diese hatten auch einige Showtechnische Sachen wieder parat und einmal mehr wurde die brennende Axt vor dem Song „Valhalla" im stolzen posing präsentiert bzw. ein kleines Raketenfeuerwerk mitgebracht. Mit einem Schmunzeln kündigte man den letzen Song an und wie erwartet wurde ein glanzvoller Auftritt mit dem Iron Maiden Cover „Run to the Hills" besiegelt.
Die Spatzen hatten es ja schon von den Dächern gepfiffen, das Dignity nicht mit Joacim Lundberg alias Jake E Lee am HOV teilnehmen würden. Warum und was dies für Auswirkungen haben wird, wird die Band zum geeigneten Zeitpunkt verlautbaren. Dennoch ließ man es sich nicht nehmen und man hätte ja auch einfach den Auftritt canceln können. Zu dem lies man sich ja Gott sei Dank nicht hinreißen und so hieß es nach einem etwas längeren Change Over. Melodic Rock/Metal der ganz besonderen Art. Roland Navratil (drums), Martin Mayr (guit), Frank Pitters (keys) und John Boy Bastard (bass) waren in den letzen Tagen nicht untätig und hatten sich um einen Ersatz bemüht. Ganz schön beeindruckend was dieser kleine Spanier da auf der Bühne abzog. Dieses Gesangswunder trällerte da locker vom Hocker alle Lyrics runter als hätte er nie etwas anderes gemacht. Timing und alles drum herum schien gut aufzugehen. Leider konnte man nicht ganz dort anknüpfen wo die Vorgänger aufgehört hatten. Was etwas schade war, denn mit ihren Songs können die Herrschaften von Dignity ordentlich verzaubern und dies hatten sie schon unter Beweis gestellt. So bekamen wir einen guten Querschnitt aus dem Album „Project Desinty" der nur durch einige Soundprobleme unterbrochen wurde. Recht witzig waren auch die Ansagen des Ersatzfronters, der von mir den Spitznamen kleiner, untersetzter, spanischer Karuso bekommen hatte. Bei diesen neckte er des Öfteren Publikum und Bandkollegen und niemand konnte dem Burschen richtig böse sein. Trotzdem das sich einige Besucher sich den Auftritt eher vom Fressstand bzw. Bars ansahen schien man es einer kleinen Meute vor der Bühne angetan zu haben und selbige stimmten Zugaberufe an, die dann aber eher in Schall und Rauch aufgingen. Nun gut der Hauptact des Abends stand schon in den Startlöchern und den wollte jeder as soon as possible zu Gesicht bekommen.
Ja heilig's Blechle wie lange hatte ich das deutsche Thrash Urgestein schon nicht mehr gesehen. Somit konnte man sich vor allem meine Freude vorstellen diese Thrasher endlich wieder einmal live zu Gesicht zu bekommen. Fast schon perfektionistisch ließ man sich doch sehr viel Zeit für das Change Over und den Line Check. Doch dann schien nichts mehr im Wege zu stehen und unter tobendem Geschrei bestieg die Mannschaft um Sabina Classen die Stage und legten gleich los. Ui Tante Sabina schien ja schon ordentlich getankt zu haben. Mit einer wie man es in unseren Breitengraden ausdrückt ordentlichen Rakete stieg die Frontdame auf die Bühne und grölte was das Zeug hielt. Oliver Jaath (guit), Atomic Steiff (drums), Michael Hankel (guit) und Thomas Neitsch (bass) zockten aber ein Programm runter das einem mehr als nur ein Augenbrauenzucker entlockt werden konnte. Die Meute vor der Bühne ging ab, als hätte man sich mit Benzin übergossen und angezündet. Dies schien auch nicht von der Band auf der Stage spurlos vorüber zu gehen und diese zeigte sich ordentlich beeindruckt. Vor allem Mrs. Classen schien sichtlich beeindruckt von der Audience zu sein. Die Rhythmusfraktion an sich spielte gekonnt eine Granate nach der anderen runter, nur die Fronterin schien nicht sonderlich in die Gänge zu kommen. Sie konnte da einfach nicht mit ihren Kollegen mithalten was ein wenig den Eindruck schmälerte. Wer aber die gute Frontfurie kennt weis, dass sie das locker mit einer Show kaschieren kann und dies tat sie mit einer Qualität dass ihr jeder aus den Händen fraß. Ein ganz großer Dorn im Auge der Band war die Absperrung vor der Bühne und mit dem Spruch „die Mauer muss weg" wurden kurzerhand die Gitter auf die Seite geschafft um der Thrash Maschinerie näher zu sein. Dies war aber der Mannschaft auf der Bühne nicht genug und so bat man einige zum Tanz auf die Bühne, bevor man die letzte Granate abfeuerte und sich zur Aftershowparty begab, wo man auch noch zur Autogrammstunde lud.
Superber Abschluss eines ersten tollen Festivaltages und der Wettergott war durchwegs den Metal Fans hold und so fiel von der ersten bis zur letzten Band kein einziger Regentropfen.
Besucher Fotos
Band Fotos
11.07.09
Nach einer guten Portion Schlaf und einem sättigendem Frühstück stand dem zweiten Tag nichts mehr im Weg. Am Gelände angetroffen staunten wir nicht schlecht, der komplette Müll war binnen weniger Stunden fast gänzlich entfernt worden und so betrat man ein fast sauberes Gelände. Bei einem Plausch und etlichen, kühlen Getränken unterhielt man sich erst einmal über den ersten Tages bevor die erste Band loslegte.
Wurde der Vortag mit Old School Thrash Metal beendet, so wurde der zweite Festivaltag mit selbigen eröffnet. Die Jungspunde Final Release bestiegen zur sehr frühen Stunde die Bühne und legten ohne Kompromisse los. Eine erstaunliche Besucherzahl hatte man zur so frühen Uhrzeit vor der Stage stehen die sich den Auftritt unter Argusaugen ansahen und mit Höfflichkeitsapplaus bedachten. Man muss schon sagen ein gutes Material was die Herrschaften hier abgeliefert hatten, wobei man aber als ganz klares Manko den Sänger ersetzen sollte. Dieser klang einfach wie ein Schuljunge im Stimmbruch, ansonsten saubere Arbeit die für Thrash Metal Fans nichts übrig ließ. Somit schipperte man im Fährwasser von Slayer und Co dahin und man konnte sehr gut zu den Klängen bangen. Lukas Oberlerchner (guit), Lukas Lobnig (drums), Wolfgang Elwitschger (bass & voc) und Raphael Käfer (guit) ackerten brav weiter um den gewonnen Boden auszuweiten, doch zu dem schien man noch nicht bereit zu sein. Wie auch immer mit einigen Zugaben sorgte man für die richtige Beschallung als Eröffnung bzw. Weckruf für die Meute am Campingplatz die noch ihren Kater ausschlafen musste.
Bei Drown In Despair war nun ein Kurswechsel um fast 180 Grad zu hören. Diese aus St. Veit an der Glan stammenden Jungs hatte ich schon am Vorabend kennengelernt wo sie uns ihre Musik beim Merchstand präsentierten. Somit waren wir schon recht gespannt wie das Material live klingen würde. Black Metal meets Core wurde von den Herrschaften geboten, wobei die erste Stilrichtung eher bei den Vocals lag, denn die Rhythmusfraktion zockte ein groovendes Programm runter, welches eigentlich bestes Raufmaterial für eine Moshmenge gewesen wäre. Doch zu einer richtigen Rauferei ließ sich niemand hinreißen und so wurde eher ordentlich gebangt vor der Bühne. Simon Massar (drums), Nicola Candussi (bass), Alexander Augustin (voc) und Daniel „Kurty" Koinig (guit) gaben immer mehr Gas und auch begab man sich immer mehr in eine neuere Richtung. Sprich die eingeschlagenen Wege verließ man und steuerte nun neuere Richtungen a la Hatebreed und Co an. Wobei man auch in dieser verblieb und dies mit etlichen sanften, klaren Gesängen durch den Gitarristen verstärkte. Somit hinterließ man einen guten Eindruck bei uns, als auch bei den Festivalbesuchern.
Die Osttiroler Black Metaller Aitvaras kannte ich schon von der letzen Warm Up Party und war schon gespannt wie sie die Zeit seit ihrem letzten Auftritt genutzt hatten. Beeindruckend was sie aus sich gemacht hatten. Man schien viel im Proberaum gezockt zu haben und so offerierten uns Andreas Kaucic (voc), Eugen Klammsteiner (drums), Patrick Reiter (bass), Hannes Moser (guit) und Tom Pichler (guit) eine gute Portion Black Metal der besonderen Art. Auch etlichen Fans schien dieser Kurswechsel gerade recht zu sein und so wurde viel gebangt zu den eisigen Klängen der Osttiroler Schwarzwurzelmetaller. Gänzlich hatte man auf Cover verzichtet und dadurch gab es ein eigenständiges Schwarzmetallgewitter, welches bemerkenswert einschlug. Tranceartig ließen sich viele Fans vor der Bühne die Perücke frisieren. So klebten die vorderen Reihen an den Osttirolern und fraßen ihnen apathisch aus den Händen.
Die Klagenfurter Counterweight kamen, sahen und siegten an allen Fronten. So starteten Dominik Welisch (drums), Hubert Fischer (guit), Markus Hambrusch (voc), Michael Glanzer (bass) und Mario Bota (guit) wie eine Explosion einer Massenvernichtungswaffe. Vor der Bühnen gingen die Fans ordentlich ab und fetzten um zu den Klängen der Metal Core Truppe. Viel Spielfreude schienen die Jungs auf der Bühne zu haben und das sprang binnen Sekunden auf die Fans im Pit über. Vor allem die Späße des Frontmannes schienen für das gewisse Maß an lustigem Entertainment zu sorgen. Wie die Hampelmänner hüpften die Burschen auf den Brettern hin und her und vor allem der Fronter schien ordentlich mit Energie geladen zu sein und diese ließ er vollends raus. Somit konnte man einige Leute mehr vor die Bühne zerren und diese ließen sich zu einigen Tanzeinlagen animieren und so konnte die Party bei hellem Tageslicht weiter gehen. Da kann man sich nur wünschen diese Herrschaften bald wieder zu sehen. Vor allem bei unserem Team hinterließen sie einen bemerkenswerten Eindruck.
Etwas gewundert haben wir uns schon warum ausgerechnet diese Herrschaften so weit vorne mitmischen durften. Wie auch immer die Band, als auch ihr Material war mir wie Aitvaras von der HOV Warm Up Party bekannt und somit war ich auch gespannt wie diese Jungs ihre Zeit seit dem letzen Live Erlebnis genutzt hatten. Wie uns ihr Frontmann Martin Eder später erklärte, hatte man ordentlich an sich gearbeitet und das spiegelte sich auch am Auftritt wieder. Wie eine komplett neue Truppe spielten sie ein Programm das sich gewaschen hatte. Andrei Kolesnikov (guit), Michael Liensberger (guit) Florian Lukas (bass) und Alexander Gigler (drums) schienen ebenfalls den Heimvorteil bestens nutzen zu können und suhlten sich im Jubel der Fans vor der Bühne. Sogar um eine Befruchtung wurde da von einem Mädel gebeten. Dies wird wohl fürs Ego des Fronters wie Balsam für die Seele gewesen sein. Dennoch auf den eingeheimsten Lorbeeren ruhten sich die Herrschaften nicht aus und steigerten sich weiterhin von Minute zu Minute. Wobei man immer mehr den Pfad des Black/Death Metal verließ, um fortan in der astreinen Death Metal Ecke zu spielen. Auch einige Nummern neueren Datums waren dabei und diese knallte man uns als Verabschiedung vor den Latz und konnte sich mit vor stolz geschwellter Brust von der Bühne begeben, mit der Gewissheit das man an allen Fronten gesiegt hatte. Nun heißt es aber dort weiterhin anknüpfen.
Auf die Überreste von Zerofour, nämlich Deathplagued hatte ich mich persönlich schon richtig gefreut. Harald Berger (voc & guit), Patrick Kösselbacher (bass), Eugen Klammsteiner (drums) und Emanuel Pichler (guit) enttäuschten auch diesmal nicht und knüppelten sich amtlich durchs Programm was das Zeug herhielt. Zwar kämpfte vor allem der Fronter mit einigen Soundproblemen, dies machte er aber mit lockeren Späßen runter und schon konnte die wilde Fahrt mit den Osttirolern weiter gehen. Vor der Bühne ließen sich einige Besucher die Haare von den Burschen durchföhnen und so bangte man sich durchs Programm und schien ebenfalls Gefallen am Auftritt der Jungs zu haben. Sichtlich viel Spaß und Blut hatte der Trupp auf der Stage geleckt und die offerierte man auch dem Publikum um auch weiterhin auf den Zuspruch aufzubauen. Sogar einige Zugaberufe waren dann noch zu vermelden und diesen kam man liebend gern nach. Zwar hatte man das komplette, eigene Material schon gespielt, doch zwei Cover Tracks hatte man noch als Ass im Ärmel und diese wurden ebenfalls mit viel Freude aufgenommen. Wobei vor allem das Kataklysm Cover mein ganz persönlicher Favorit war.
Die Herrschaften von Shadwocry haben wohl in Kärnten einen gewissen Sonderstatus. Somit sammelten sich wirklich viele Besucher vor der Bühne ein, um in den Genuss ihres melodiösen Death Metal der etwas modernen Art zu kommen. Lange ließen sich Ernst Molden (guit), Rebecca Fercher (bass), Thomas Knoller (voc), Jean Marc Perc (guit) und Christian Herbst (drums) nicht lumpen und beübten gleich die Gehörgänge der Fans und selbige starteten binnen Sekunden ihre Haarventilatoren und gingen zu den Klängen ordentlich ab. Die Partystimmung schien nun ums doppelte angestiegen zu sein und sichtlich zufrieden, als auch erfreut zeigte sich der Mob, der auf dem Podium stand und sich immer mehr ins Zeug legte. Immer mehr Leute drängten nach vorne um bei der gestarteten Party mitzumachen und so staunten wir nicht schlecht als es ab der Mitte viele Fans geschafft hatten einen gehörigen Circle Pit zu starten und umzuwüten was das Zeug hergab. Von dieser Partylaune lies sich auch die Formation anstecken und legte noch einige Brickets nach, bevor man sich leider ohne geforderte Zugabe verabschieden musste.
Nach der höllischen Berg und Talfahrt mit den Vorgängern, war nun bei Mely viel Gefühl, Melancholie und Schwermut angesagt. Recht beeindruckend was die Herrschaften aus sich in den letzten Jahren gemacht haben. Von einer jungen, unschuldigen und unbeholfenen Truppe konnte man gar nicht mehr reden. Wie große Weltstars zockten sie ihre Songs mit solch einer Hingabe runter das man nur schwer gegen den Sog der Gefühle ankämpfen konnte der von ihnen zelebriert wurde. Peter Lengfeldner (guit), Martin Mataln (keys), Andreas Mataln (voc & guit), Daniel Huber (bass) und Hannes Ganeider (drums) entführten uns alle auf eine Soundreise und dass All Inklusive. Wie in einen Bann hatte man auch die Meute vor der Bühne in apathisch lauschende Zombies verwandelt zu haben, doch etliche gingen bei den flotteren Momenten der Nummern ordentlich ab. Was die Jungs da präsentierten, überraschte auf ganzer Linie und vor allem mit welcher Qualität sie sich durch ihre 4 Alben spielten sprach für sich. Lange Zeit räumte man sich mit Ansprachen nicht ein und bedankte sich kurz artig bei der Audience, bevor man wieder weiter machte. Die Band zelebrierte auch weiterhin eine interessante und erfrischend herrliche - und sogar sehr ohrwurmtaugliche - Mischung aus Post-Rock Show, mit einer kleinen Prise melodischem Black-Metal, Gothic-Keyboards, sowie leichtem Alternative-Einschlag und zuweilen recht rockigen Fragmenten. Dadurch unterbreitete die Truppe dass sie zu dem qualitativ hochwertigsten zählt was Österreich im Gesamteuropäischen Markt zu bieten hat. Wie ein Kleinkind jubelte ich als man noch als Zugabe meinen Alltime Favorite „Dust" zum Besten gab, bevor die Herrschaften ihre Instrumente endgültig ausstöpselten und die Bühne frei für den Headliner des zweiten Tages machten.
Die Schwarzenfeldener Deadlock hatten nun noch die Ehre das Hell Over Vellach 2009 zu beenden. Dies wurde mit Glimmer, Glanz und Gloria getan und nur zufriedene Gesichter wurden hinterlassen, dies spiegelte sich schon wieder als der Startschuss zur Show viel. Johannes Prem (voc), Sebastian Reichl (guit), Gert Rymen (guit), Thomas Hushka (bass), Tobias Graf (drums) und Sabine Weniger (voc) haben sich binnen einem Jahr zu einem absolut cremigen Act gemausert. Vor etwa einem Jahr hätte wohl niemand Notiz von der Band genommen, doch dieser Tage sieht das ganz anders aus. Vor der Bühne war ein dichtes Drängen und niemand blieb irgendwo hinten stehen, sondern viele drängten nach vorne um einen guten Platz in der Menge zu ergattern. Das neuste Machwerk ist ja erste Sahen und dennoch hatte ich ein wenig die Befürchtung das man das live nicht so gut rüber bringen könnte. Da wurde meine Person aber eines besseren belehrt und mit einer Leichtigkeit wurden die elektronischen Arrangements umgesetzt, auch wenn sie aus der Konserve kamen. Auf der einen Seite wurde getanzt und auf der anderen vollends gebangt. Wobei mich die zu technolastigen Zwischenschübe etwas irritierten, denn mit dieser Art von Musik kann man mich eher jagen. Dennoch schafften es Deadlock spielend den Partypegel zu halten und weiterhin zu steigern. Lediglich diese Sache mit der dummen Wall of Death wird ja schon von jeder Nudeltruppe abgehalten. Auch der Headliner des Abends lies sich dazu hinreißen solch ein Aktion abzuhalten. Nun gut meiner Meinung nach hatte man da etwas nach hinten gefeuert. Zwar ging es auch weiterhin ordentlich ab, doch viele Besucher hielten sich am Rand auf um nicht etwa noch einmal unter die fahrenden Räder zukommen. Anyway das Fest ging im besten Stile weiter und man sorgte für ein fanatisches Grinsen in vieler Fans Gesichter. Während Johannes sehr dominant die Zügel in den Händen hatte, musste sich seine weibliche Kollegin ordentlich abmühen, doch schlussendlich konnte sie gegen ihren Mitkameraden nicht anstinken und manches Mal ging ihr Gesang im Gesamtsound etwas unter. Trotzdem hatte man einen ordentlichen Auftritt aufs Bankett gelegt und dieser endete wohl für viele Fans viel zu früh.
Somit hieß es auch schon wieder Hell Over Vellach 2009 ist vorüber und allen hatte es Spaß gemacht. Es gab kaum etwas auszusetzen und das was vielleicht nicht so toll war kann man den Veranstaltern nicht anlasten somit unser Fazit fürs HOV 09 wie folgt:
Hell Over Vellach 2009 Fazit
Good:
Ein fettes DANKE einmal mehr an Andi, Reini und Heimo von der KV Hells Crew und ihren Helfern dass sie wieder ein so geiles Festival in gemütlichem Ambiente auf die Beines gestellt haben.
Große übersichtliche Hauptbühne
Tolles Gelände mit etlichen Unterständen und Sitzgelegenheiten, die ebenfalls überdacht waren und so einerseits Schatten bzw. Regenschutz boten
Großzügiges Merchandise Angebot
Essen: Gute, reichlich und variabel zu ganz passablen Preisen
Gratis Campingareal
Gute gewartete Klos
Genaue Beschilderung zum Festival
Bad:
Heuer gabe es von unserer Seite nicht wirklich was zu bemängeln. Lediglich die schleisige Werbung wäre hier das einzige Manko
Dies, so hoffen wir wird 2010 ausgebessert und dann wird Obervellach zum Wacken Österreichs :-)
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