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Kataklysm, Belphegor, Darkest Hour, Suicidal Angels & Resistance Live Bericht

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Kataklysm, Belphegor, Darkest Hour, Suicidal Angels & Resistance
16.01.2010 Posthof Linz


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Der metallische Neujahrsempfang in Oberösterreich fand, wie sollte es auch anders sein im Linzer Posthof statt. Ein ganz passables Tourpackage hatte sich für den letzten Samstag angesagt und natürlich wollten auch wir uns dieses nicht entgehen lassen. Tja recht verwundert waren wir dann schon als wir beim Posthof ankamen und das eigentlich rechtzeitig und trotzdem waren nicht sonderlich viele Gestalten vor der Halle. Beim betreten mussten wir zwar fest stellen das die erste Band bereits zu spielen begonnen hatte, doch auch in der Halle waren nicht extrem viele Leute um den Opener zu begrüßen. Eigentlich, so dachten zumindest wir, wird wohl das Event in der großen Halle sein. Dennoch fand es im mittleren Saal statt, was sich auch später als ganz guter Schachzug heraus stellte, denn die Halle war bis zum Ende hin passabel gefüllt und nicht halb leer.



Die Belgier Resistance beübten schon recht fleißig die Fans die früher zur Halle gekommen waren. Von einer Vorverlegung wussten wohl wenige, bis gar keine. Dennoch schafften auch wir es eine gute Portion ihres Könnens zu genießen. Die Hainauter Deathcore Recken ackerten recht bemüht und fleißig. Somit schafften sie es locker von den in der Halle schon eingetroffenen Fans ein gutes Feedback zu bekommen. Auch nicht verwunderlich, denn die Burschen wussten sich in Szene zu setzen. Zwar mag jetzt das Material nicht sonderlich neu sein, aber das was durch die PA gejagt wurde konnte man gut aufnehmen und wurde solide vorgetragen. Den Rest erledigte man dann mit dem Stageacting und vor allem Fronter Xerus stach mit seiner Performance besonders hervor. Viel Energie hatte der Junge aufgestaut und diese versprühte er ohne Umschweife. Doch auch der restliche Tross bestehend aus Olivier (guit), Benoit (bass), Vinzent (drums) und Richard Tiborcz (guit) stand nicht untätig auf der Bühne und klopfte etwa eine 0815 Show runter. Nein auf gar keinen Fall es wurde fleißig gebangt und man schaffte es schlussendlich mit der energetisch gezeigten Show viele neue Fans hinzu zu gewinnen. Auch bei unserem Triumvirat konnte man gehörig Eindruck schinden und man bestätig, obwohl es viele ähnliche Bands aus diesem Genre gibt, bestechen vor allem jene, die eine amtliche, spielfreudige Show abliefern. So waren die Belgier ein weiterer Beweis dafür, dass ein abrackern und eine daraus resultierende Live Show mit einem guten Zuspruch belohnt wird.



Für Fans des frühen Thrash Metal war nun die Zeit gekommen die Lauscherchen aufzusperren, denn die Griechen Suicidal Angels enterten nach kurzer Umbauzeit die Bretter und legten gleich mit viel Aggressivität los. Tja die Burschen sind wohl ein zweischneidiges Messer. Von vielen werden sie hochverehrt und bei anderen werden sie als billiger Hype abgetan. Das muss wohl jeder mit sich selber ausmachen. Trotz einem Thrash Revival konnten auch hier viele nicht genug von den Helenen bekommen und feierten diese von Beginn an gut ab. Die Euphorie die hier gezeigt wurde ging nicht spurlos an den Herrschaften vorüber und Fronter Nick Melissourgos (guit & voc) bedankte sich immer artig beim Publikum. Amtlich, wie es für Thrasher aus diesem Milieu gehört wurde ein Posing geliefert und das hätte man auch locker mit einer Haltungsnote bewerten können. Doch auch vor der Absperrung wurde fleißig gebangt und einige ließen es sich nicht nehmen mit zu posen. Musikalisch klang man irgendwo bei alten Glanztaten der Marke Kreator und Co und dies beförderte man mit viel Charme in die Jetztzeit. Sicher mag sich das auf die Dauer gleich anhören, aber live kann man zu solchen Klängen recht gut abgehen und diesem Aufruf folgten auch einige Besucher. Der kehlige Gesang des Fronters passte dann noch wie die Faust aufs Auge und man hätte fast glauben können die Athener hätten uns in ein Zeitfenster katapultiert. Mit viel Energie boten sie uns eine Show die aufgrund dessen die Stimmung definitiv nach oben kurbelte und die Temperaturzeiger nach oben schnellten. Ein gut dreißig minütiges Thrash Inferno hagelte so auf uns hernieder und dem konnte sich in der Konzerthalle niemand entziehen. Sicher wurde jetzt nicht die buchstäbliche technischen Raffinesse geboten, eher kokettierte man mit simplen schretternden Linien, die eher solider zum Bangen verleiten. Das Erfolgsrezept ging da natürlich auf und viele waren geil auf eine Ladung heißer Ohren durch die aufspielenden Krawalllos aus Athen. Nach gut 30 Minuten hieß es aber auch für Suicidal Angels die letzte Granate abfeuern und sich verabschieden. Denke nach so einer Show hat man erneut zugeschlagen und auch jüngere Fans beeindrucken können.



Etwas modernere Stahlkost wurde nun von den Amis Darkest Hour geboten. Die Jungs konnten ja bereits beim letztjährigen Thrash and Burn sauber aufgeigen. Für mich persönlich waren sie aber Live ein komplettes Neuland, umso begeisterter war ich dann vom Gezeigten. Musikalisch präsentiert der Fünfer sehr durchzogenen Metal Core, der streckenweise sehr melodisch rüber kam. War nach dem recht harschen Vorgängern sehr gut aufzunehmen und eine sehr saubere Ablöse. Binnen Sekunden schafften es die Washingtoner den Partypegel weiter zu halten und auch noch um einige Nuancen zu steigern. Sicher und stark präsentierten sie uns eine gute Schnittmenge aus ihren Alben und eine Granate jagte hier die nächste. John Henry (voc) hatte die Halle ganz gut im Griff, seine Stimme war dazu noch äußerst variabel und das macht ihm so schnell niemand nach. Was noch zu den recht Nackenfräsenden Rhythmen hinzu kam war eine gute Mischung aus klaren und streckenweise melancholischen Melodien. Dadurch hatte man eine soundliche Farbtinktur mitgebracht die viel Eindruck schinden konnte. Vor allem zeigte die Axtfraktion Mike Schleibaum (guit) und Mike Carrigan (guit) öfters ihr technisches Können und knallten uns ein Soli nach dem anderen vor den Bug. Die Frontsau gab hier ordentlich Stoff auf der Bühne und brüllte Gischt und Galle bis zur Veredelung. Durch dieses Können schafften es die Amis auch in Oberösterreich locker eine breite Fanschaar vor die Bühne zu zerren und diese war nicht unbeeindruckt was sich hier auf der Stage bot. Für uns vor allem recht lustig anzusehen war Drum Papa Schlumpf Ryan Parrish der nur mit einem knappen Höschen gekleidet die Felle gerbte. Trotz der Hitze auf der Stage beübte er sich selbst mit einem Häubchen. Vor allem hatte er ständig seine Kameraden angetrieben und so steigerte man zielsicher Song um Song das Tempo. Immer wenn es am schönste ist, ist es auch schon wieder vorbei und so sagten Darkest Hour mit „Doomsayer“ Good bye. Na dann hoffen wir, dass sich diese Jungs nicht zu lange Zeit lassen bis zum nächsten Mal.

Setlist:

01. The Sadist Nation
02. Sound Of Surrender
03. The Tides
04. No God
05. This Will Outlive Us
06. Convelasence
07. Deliver Us
08. Doomsayer



Das Aushängeschild Nummer Eins in Sachen Metal from Austria hatte nun die Möglichkeit den Heimvorteil zu nutzen. Die Infernal Austrian Devils taten dies dann auch und dass mit einer spieltechnischen Genauigkeit die ich selten erlebt habe. Bei zahlreichen Gigs konnte man lesen bzw. konnte es selbst erleben ging der Sound oftmals unter. Doch an diesem Abend war alles erste Sahne und die Burschen um Frontdeibel Helmuth jagten eine Show durch die Anlage die sich gewaschen hatte. Was vor allem recht gut rüber kam, war das zusätzliche Maß an Melodie das ja bekanntlich beim letzten Output ins Songwriting geflossen ist. Auch live wurden die Songs melodischer gespielt und nach den ersten Granaten, wie „Bleeding Salvation“, „Stigma Diabolicum“ und „Hell's Ambassador“ hatte man sowieso das Linzer Publikum fest im Würgegriff und diesen hielt man auch weiterhin mit einem sadistischen Lächeln fest. Zwar waren die Ansagen von Helmuth eher peinlich als sonst was, doch was er vielleicht nicht mit Entertainer Qualitäten schaffte, schaffte er mit seinem bösen Spiel und dem Gegrowle. Der Bewegungsradius von Helis Bandkameraden hielt sich zwar ebenfalls in Grenzen, jedoch mussten sie auch nicht sonderlich auf Hüpfteufel machen. So wurde das Teufelswerk eher im Radius von einem Meter gemacht und die Burschen posten und bangten als gäbe es keinen Morgen. Weiter ging die wilde Höllenfahrt mit „Veneratio Diaboli - I Am Sin“ und dem Grenzgenialen „Lucifer Incestus“ dabei gaben die Herrschaften dermaßen Gas, dass einem die Spucke weg blieb. Natürlich konnte man da für viel Aufsehen sorgen und die Fans im Posthof gaben ebenfalls Off Stage Stoff, um den Black/Deathern auf der Stage zu huldigen. Es wurde amtlich gebangt und mit gebrüllt und vor allem die vorderen Reihen bangten bis zur Schmerzgrenze. Das nenne ich eine superbe Audience die man sich nur wünschen kann. Belphegor verstehen es einfach schon seit mehr als einem Jahrzehnt hyperaggressiven Black/Death Metal mit eisig-packenden Riffs und rassigen Melodien zu versehen, doch sie versetzen mich mittlerweile immer wieder ins Staunen. Leider war es auch hier so, dass die Höllenfahrt wieder sehr früh endete und zwar mit „Justine: Soaked in Blood“ und nach dem finalen „Bondage Goat Zombie“ hallen aufgrund der gezeigten Show deswegen lautstarke "Zugabe"-Rufe, leider blieben dieser aber unerhört, was ich etwas schade fand.

Setlist:

01. Bleeding Salvation
02. Stigma Diabolicum
03. Hell's Ambassador
04. Veneratio Diaboli - I Am Sin
05. Lucifer Incestus
06. Justine: Soaked in Blood
07. Bondage Goat Zombie



Etwas länger dauerte es nun bis man die Manege für den Hauptact frei machen konnte. Dennoch pünktlicher als auf den Infos Screens (absolut Top was der Posthof hier hat) angekündigt, bestiegen die kanadischen Holzfäller die Bühne und legten auch gleich mit „Like Angels Weeping The Dark“ und „Manipulator of Souls“ los. Binnen Sekunden war klar warum die Masse der Fans an diesem Abend gekommen war. Für mich persönlich gehören ja Kataklysm zu den Death Metal Truppen überhaupt. Sicher haben Maurizio Iacono (voc), Jean-François Dagenais (guit), Stéphane Barbe (bass) und Max Duhamel (drums) in den letzten beiden Jahren die Lande betourt und dennoch sind sie niemals langweilig oder gar Schlapp. Wie ein Dampfhammer fuhr man über die Köpfe hinweg und viele brüllten bereits von Beginn an WALL OF DEATH, doch dieser Forderung blieb erst einmal unerhört. Es folgten dafür Riffwänden ohne Ende, die Jean da ohne Unterstützung eines zweiten Klampfers vom Stapel lies, da blieb der Menge keine andere Wahl als sofort in ein kollektives Moshing überzugehen. Das sah natürlich Frontimperator Maurizio mit einem freudigen Lächeln und natürlich versprach er der tobenden Menge, dass die geforderte Wall of Death bald folgen würde. Natürlich wurde dies mit einem Aufjaulen begrüßt und es wurde vor der Bühne im Pit mächtig weiter gewerkt und auch die Jungs auf der selbigen hatten sichtbar Spaß und spielten sich den Arsch wund. „As I Slither“, „It Turns to Rust“ und „Il Diavolo in Me“ wurden durch die PA gejagt und dabei setzte man so viel Energie frei, dass bis in die hinteren Reihen mit gegrölt wurde und natürlich es zu einem kollektiven ausrasten kam. Wen verwundert es da, dass auch der Stimmungsparameter steil nach oben schnellte. Alleine schon wenn man von der Gallerie die Fans begutachtet zauberte einem das schon beim zusehen ein Lächeln ins Gesicht. Gemeinsam wurde hier geklatscht, getanzt, gebangt und gemosht und das mit einer so freundlichen Stimmung, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe. Den enormen gezauberten Energiepegel konnte man spielend halten und so feierten die Linzer Metal Fans weiter zu Death Raketen wie „Centuries (Beneath the Dark Waters)“, „The Ambassador of Pain“, „The Vultures Are Watching“ und „Blood On The Swans“, welche allesamt weiterhin in einem fetten Soundkleid durch die Halle schallten. Espasste einfach alles zusammen. Acting auf der Bühne, die Interaktion mit dem Publikum und auch die Wucht und Brutalität der Songs. Dennoch merkte es Herr Iacono selbst an, dass man es merkt, schon lange nicht mehr als Headliner unterwegs gewesen zu sein. Nun ja, zwar sah man es vor allem den Fronter an das ihn die Kräfte nach und nach verließen, dennoch konnte der begonnene Pegel locker gehalten werden. Von den Songs her ließ man keine Wünsche offen und man machte ordentlich Dampf auf der Bühne und wussten dem Publikum gekonnt weiter einzuheizen. Diese zeigten auch keine Spur der Ermüdung und bangten weiter zu Tracks der Marke „Crippled & Broken“, „ Bound in Chains“, „Let Them Burn“ und „The Resurrected“ bis zur Genickstarre. Mit „Blood in Heaven“ sollte die letzte reguläre Nackenfräße folgen, doch wen wunderte es, die Besucher forderten legitim nach einer Zugabe, die man auch in Form von „In Shadows & Dust“ und „The Road to Devastation“ geboten bekam, bevor man schlussendlich das Feld räumte und eine schweißgebadete Audience in die kalte Jänner Nacht entließ. Na denn bis zum nächsten Waldroden, mit den kanadischen Holzhackern aus Montreal.

Setlist:

01. Like Angels Weeping The Dark
02. Manipulator of Souls
03. Prevail
04. As I Slither
05. It Turns to Rust
06. Il Diavolo in Me
07. Centuries (Beneath the Dark Waters)
08. The Ambassador of Pain
09. The Vultures Are Watching
10. Blood On The Swans
11. Crippled & Broken
12. Bound in Chains
13. Let Them Burn
14. The Resurrected
15. Blood in Heaven

Zugabe:

16. In Shadows & Dust
17. The Road to Devastation


Konzertfotos

Für euch vor Ort waren Robert, Rosi und Roman

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