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Mastermind - Insomnia

Cd Bericht



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Band: Mastermind
Titel: Insomnia
Label: Lion Music

Ein Synonym in Sachen amerikanischer Progressive Metal sind die Herrschaften von Mastermind. Die beiden Brüder Bill Berends (guit, synth, bass & voc) und Rich Berends (drums) werkeln seit 1986 mit dieser Truppe, dennoch dürfte sie in hiesigen Gefilden ein komplettes Neuland sein. Mit dem nunmehr siebten Album meldet man sich gemeinsam mit Tracy McShane (voc) und Jens Johansson (keys & piano) zurück. Inzwischen sind zehn Jahre vergangen seit dem man den Progressive Metal Fans mit „Angels Of The Apocalypse“ die Ohren durch geputzt hat. Am 19.02.2010 ist es nun soweit und Langstreich Nummer Sieben, mit dem Namen „Insomnia“ wird erhältlich sein.

Mit einer sanften Düster Synthyseite wird uns der Opener
„Desire“ schmackhaft gemacht. Das rauschen mag zwar etwas beruhigend wirken und dennoch wirkt der Synthysound eher bedrohend. Erst nach und nach startet man alle Motoren, um fortan wesentlich druckvoller zu zocken. Stampfende Gewässer werden aber kaum verlassen. Erinnert mich vor allem durch den Gesang an alte Glanztaten von Zed Yago. Doch die Truppe rockt wesentlich symphonischer das Haus, auch kleine Ingredienzien des progressiven Sound sind auszumachen, diese sind aber nur hauchzart eingesetzt und so kann man fast durchwegs eine Synthyrocknummer genießen, die vor allem durch den bodenständigen Gesang der Fronterin druckvoll wirkt.

Wesentlich verzerrter und progressiver geht die Fahrt mit
„Break Me Down“ weiter. War man noch beim Vorgänger traditionell unterwegs, so beschreitet man hier sehr moderne Pfade, auf welchen man auch fast durchwegs bleibt. Schleppende, als auch dunkle Romantik wird hier Soundtechnisch verfeinert umgesetzt. Streckenweise klingt man sehr schwermütig und auf der anderen Seite durchbricht man diesen Zaun mit herben Schlägen. Dennoch, nur spärlich sind diese Aktionen eingesetzt worden. So wird es etwas mehr zum Schunkeln und auch der knackige Mittelteil, der wohl flotter schallt überschreitet nicht stampfende Horizonte.

Ruhige Laute dröhnen im fast schon balladesken Kleid bei
„One More Night“ durch die Boxen. Sehr lieblich und verhalten geht es hier weiter, man muss aber zugeben, dieser ruhigere Song weis mit viel Gefühl zu begeistern. Vor allem die Duettvocals sind sehr gut und gegenseitig singt man sich sehr stark durchs Programm. Durchwegs wird aber nicht auf liebliche, Schmuseromantik gemacht und so springt man ab und zu in die Presche um etwas Tempo zu machen. Schlussendlich kehrt man aber wieder in heimelige, gefühlvolle Gefilde zurück, bevor man diesen Wechsel erneut durchführt.

Sehr schräg und verzerrt wird nun
„Meltdown“ eröffnet. Diesen schrägen Soundklang, der sehr dunkel gefärbt klingt behält man bei und versetzt diesen mit vielerlei elektronischen Spielereien, als auch Experimenten, die vor allem bei den Vocals hörbar sind. Vor allem der sehr roboterhafte Gesang den man der Fronterin verleiht klingt einerseits witzig, passt aber zu den modernen, erdigen, groovigen Klängen sehr gut. Experimentierfreudig und trotzdem mit einem ausgewogenen Händchen, das weiß natürlich zu gefallen.

Klarer und symphonischer geht die Reise mit
„Piggy World“ weiter. Der groovige Rockfaktor kommt auch hier zum Tragen und auch etwas funkiger geht man es hier das eine ums andere Mal an. Im Refrainpart rockt man aber herb die Bude nach allen Regeln der Kunst und dort wird viel Druck als auch Tempo gemacht und dazu kann man bestens abgehen.

Bei
„No Answer“ sucht man erneut die ruhige Ecke auf. Eine weitere Ballade mit progressiven Experimenten? Ruhig und balladesk auf jeden Fall, nur lässt man von Verzerrungen und Spielereien hier die Finger. Dafür gibt es eine besänftigende, klassische Rockballade, die mit lieblichen Vocals der Frontnachtigal die Trommelfelle zukleistert. Kitsch Faktor? Nein dies nicht, zwar ruhig und mit mehr Schmuseromantik, dafür aber sehr bodenständig. Also zurück lehnen und sich den Fantasien hingeben die man hier klanglich umgesetzt hat.

Sehr orientalisch und symphonisch wird es nun bei
„Broken“, natürlich steigert man auch hier das hymnische Gefühl wesentlich. Durch diese Mixtur schafft man einen sehr bombastisch – melodischen Track im Mitteltempo. Auch die Duettgesänge die hier die Nummer komplettieren erweitern die Nummer sehr gut und unterm Strich bietet man hier einen klaren Klang der mit vielen Gitarrenspielereien überzeugt.

Sehr wild und Old School rockig, ja streckenweise sehr bluesig schiebt man
„Night Flier“ nach. Erinnert an Spielereien alter Tracks von Deep Purple. Dieses wilde Spiel wird hier quer durch den Song beibehalten und der Saitenhexer darf sich mal so richtig austoben und schiebt uns mit einem süffisanten Grinsen Frickelparts in den Rachen. Für meine Geschmack zu viel und ist auch eher für Freunde technischer Licks und Breaks.

Pünktlich und deutlich solider besänftig man uns mit
„Nietzsche“. Ein durchwegs symphonisches Stück, mit vielen melodischen, als auch bombastischen Schüben. Erst nach und nach gewinnt man an Fahrt. Schlussendlich wechselt man das Tempo, aber quer durch die Palette durch und das steht dem Song sehr gut und lässt ihn auch interessant klingen. Der Gitarrenvirtuose versorgt uns öfters mit Solis und Riffs die an Mike Oldfield erinnern. Altbacken nicht, aber halt im melodischen Stil traditioneller.

„Last Cigarette“, nun ja diesen Ausspruch kennen wir alle. Sehr traurig und wankelmütig klingt der Rausschmeißer erst einmal. Auch die Weiterführung ist eher gemächlicher und das melancholische Soundgefühl wird hier sehr dominant eingesetzt. Wirkt zum Ende hin sehr theatralisch und auch gewisse Passagen klingen breitentauglicher und könnten durchaus vom Transiberian Orchestra stammen. Also gibt‘s zum Schluss noch ein rockiges Musical der extravaganten, melancholischen Art.

Fazit: Progessives Rockepos, das vor allem Genießern und totalen Verehrern zu empfehlen ist. Symphonic Rockfans können zwar eine rein hören wagen, werden aber nur teilweise verwöhnt.

01. Desire 5:31
02. Break Me Down 3:29
03. One More Night 5:23
04. Meltdown 4:13
05. Piggy World 4:43
06. No Answer 4:09
07. Broken 4:22
08. Night Flier 3:50
09. Nietzsche 5:23
10. Last Cigarette 9:16

Homepage

www.mastermindband.com

MySpace

www.myspace.com/mastermindband

Line Up

Bill Berends (guit, synth, bass & voc)
Rich Berends (drums)
Tracy McShane (voc)
Jens Johansson (keys & piano)

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