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New Jam Festival 2009
19.09.09 Volkshaus Marchtrenk
Das Örtchen Marchtrenk ist seit dem Besuch der Herrschaften von Mosfet bei unserer Radiosendung mittlerweile bei uns in Sachen Metal from Austria ein Begriff. Doch nicht nur das es in der gut 12.000 Seelengemeinde etliche starke Bands gibt, nein auch die dort fungierende Marchtrenker offene Jugendarbeit kurz MOJA veranstaltet einige Konzerte und Events im Namen des Metal, um einerseits den Metal Heads aus der Umgebung etwas zu bieten, aber auch den einheimischen Formationen gibt man so eine Möglichkeit für Auftritte, um von sich Reden zu machen. Allen voran ist hier Bernhard Stegh zu nennen, der sich mit seinem Team für diesen Abend einiges einfallen hat lassen und auch einen internationalen hochstrebenden Act ins nördliche Oberösterreich geholt hat, doch zu dieser Truppe etwas später. Nach einer unspektakulären Fahrt erreichte das Trio Infernale des Metal Underground den Veranstaltungsort und erkundete sofort die Lokalität. Echt feine Hütte die man sich hier ausgesucht hatte, auch der Blick auf die Preisliste entlockte uns ein zufriedenes Grinsen. Denn die Preise die man hier für die Getränke verlangte waren wirklich lächerlich. Da konnte man sich für wenig Geld ordentlich mit Bons eindecken und einem feuchtfröhlichen Abend und der dazugehörigen Party konnte da nichts mehr im Wege stehen.
Mit dem Namen Long Don John & the Gipsy Flips konnten wir bereits unseren Manfred des Öfteren erheitern. Was sich wie das beste Stück eines Pornodarstellers aus den frühen 70/80er bzw. der Spitzname für selbigen anhört, ist kurz erklärt eine Funk Rock orientierte Truppe aus der Umgebung. Die Jungs betraten das Geschehen recht früh und pünktlich um 20:00 Uhr und legten gleich los, um für etwas Stimmung zu sorgen. Vor der Bühne war zwar kein großes Gedrängel, wohl aber konnten Steve (voc & guit), Hannes (bass), Gabe (guit) und Felix (drums) für gute Stimmung im Saal sorgen. Sicher gehört diese Art von Musik nicht zu unseren Faves, dennoch wussten die Herrschaften mit viel Charme zu überzeugen und das taten sie mit viel chillig klingenden Songs, die ordentlich zum Shaken animierten. Zwar konnte man nicht wirklich viele dazu bewegen, doch einigen weiblichen Gästen konnten man so ein gutes, dreißigminütiges Programm vorführen, wo es nichts zu meckern gab. So ernteten die Jungs auch fleißigen Höflichkeitsapplaus und den hatten sie sich auch redlich verdient. Viel Spielfreude und gute Partystimmung wurde also zum Einstand des Abends geboten. Mit langen Ansprachen hielten sich die Jungs nicht auf und so wurde ein Track nach dem anderen ohne langes Aufsehen aus dem Rucksack gezogen und sofort offeriert. Mit dem Duettgespann in Gestalt des Fronters und dem Kesselschuster wurde ein besonderes Schmankerl in ruhigerer Form gespielt, mit der startenden Aussage des Fronters: „Unser Drummer kann auch Gitarre spielen", was für einiges an Gelächter unter den Fans vor der Bühne sorgte. Wie auch immer nach diesem ruhigeren Lied ging man wieder mit vereinten Kräften daran das restliche Set fertig zu spielen und unterm Strich hinterließ man ein gut unterhaltenes Publikum, auch wenn einige Fans schon von sich gaben: „Eh ich will jetzt endlich Metal hören". Fakt ist, eine gute 30 Minütige Show wurde dar geboten und man konnte viele gute Akzente setzen, wenn es dann schlussendlich nicht jedermanns Sache war, uns wusste man zu Gefallen.
Die Jungs von Soil of Rage hatten bei diesem Event etwas zu feiern, denn ihre erste Ep hatten sie an diesem Abend mitgebracht. So konnte man auch die Veranstaltung nutzen um den in trockenen Tüchern geholten Silberling unter das Volk zu bringen. Vor der Bühne versammelten sich einige mehr schwarz gewandete Gestalten, um zu den Klängen in Fahrt zu kommen. Rene (bass), Fa (voc & guit), Chris (drums) und Martin (guit) bestachen mit einer recht guten, energiegeladenen Show. Ihr Material, welches eine gute Portion aus traditionelleren und moderneren Thrash und Death Metal Klängen war konnte ordentlich animieren. Da ließen sich auch einige Besucher nicht lange bitten und bangten sich zu den Songs der Hartkirchner schon mal fleißig warm. Die wohl länger aufgestaute Energie der Bandmitglieder hatte wohl der Tieftöner in sich vereint, denn dieser wollte des Öfteren wie vom Blitz getroffen abgehen, doch leider hatte er da etliche Timingschwierigkeiten. So wollte er oftmals komplett abgehen, doch da war man noch mit ruhigeren Passagen beschäftigt bzw. wechselte gerade in diese. War aber auch das einzige wo man vielleicht lästern hätte können. Spieltechnisch wurde ein guter Auftritt geboten und auch den Fans in der Halle wusste man zu gefallen. Den sprichwörtlichen Arsch spielten sich die Burschen wund und ernteten viel Zuspruch und Applaus. Kurz vor dem Ende ihres Sets offerierte man uns noch ein kleines Animationsspiel. Wer zum folgenden Track am besten abging, sollte eine der zwei brandneuen Cd's geschenkt bekommen. So ließen sich einige nicht lumpen und gaben alles und so bekamen dann auch zwei männliche Fans eines der beiden Stücke für die Plattensammlung. Superbe Show und da sind wir schon auf das nächste Zusammentreffen gespannt.
Die nächsten im Bunde waren die Herrschaften von Ambassador und konnten locker dort anknüpfen, wo ihre Vorgänger aufgehört hatten. Man konnte sogar einige Scheite nachlegen. Wohl ist man auch in Marchtrenk kein unbeschriebenes Blatt mehr, denn viele Besucher tummelten sich dichtgedrängt vor der Bühne und tobten ordentlich. Zu den Tracks dieses Todesbleikommandos bekam man aber auch ordentlich Schmackes und das ging sauber und unverfälscht in den Gehörgang. Mit viel Wut und einem gewissen Maß an brutaler Härte zelebrierten Stefan "Betrayer" Aberl (guit), Markus "Warhead" Eidherr (guit), Max "Gerlinkar" Gierlinger (voc), Florian "Spur 3" Atzmüller (bass) und Sebastian "Graf Götzen" Götzendorfer (drums) eine mördermäßige Show die für viele Nackenanimationen sorgte. Da ließ es sich ordentlich bangen und so gaben immer mehr Fans vor der Bühne ordentlich Stoff. Das erfreut und motiviert natürlich und so zeigten sich die Jungs auch erkenntlich und zogen eine Granate nach der anderen aus der Kiste und feuerten diese sofort ab. Die mit viel Melodie gespickten Songs wurden von den Metalheads vor der Bühne mit viel Freude aufgenommen und man verlangte nach immer mehr. Da ließen sich die Burschen nicht lange lumpen und wussten auch weiterhin den Pegel zu halten bzw. einige Rädchen zum Eigennutz nach zu justieren. Mit viel Dampf konnte dies auch weiter gehen und die Jungs bestachen mit gutem, tight aufeinander abgestimmtem Spiel. Die Wildwasserfahrt schien schier kein Ende nehmen zu wollen und so gaben auch in der Halle weiterhin die Besucher ordentlich Gas als wäre dies der Hauptact des Abends. Selbiger stand aber schon in den Startlöchern und so ging es dann schon dem leider viel zu frühen Ende der Ambassador Show zu. Schade, denn auch wir hätten noch gerne eine Zugabe gehört, wie auch von vielen Fans der Truppe verlangt. Leider blieb dies aus und so trollte man sich, mit der Gewissheit den Pit ordentlich aufgeheizt zu haben.
Metal aus Dubai? Geht das? Ja es geht und wie das geht!!!! Die Burschen aus einem Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate konnten in der jüngsten Vergangenheit für viel Furore sorgen. Auch vielen, vor allem unserem Roman waren sie vom Metal Camp 2007 bekannt. Bereits bei den düsteren Introklängen waren die vorderen Reihen dicht geschlossen, denn niemand wollte einen Ton bzw. Song dieser Truppe verpassen. Rajeh "James" Khazaal (voc & bass), Barnaby "Barney" Ribeiro (guit), Rami Mustafa (guit) und Louis Rando (drums) waren eine Macht mit Exotenbonus, die ich seit Torture Squad nicht mehr erlebt hatte. Die Jungs walzten alles Platt und eine Granate nach der anderen schlug im Volkshaus ein. Das Publikum konnte man mit so viel spieltechnischer Raffinesse ordentlich versorgen. Viel eingängige Riffs und Breaks blies man locker vom Hocker durch die PA und die Fans gingen dabei weiterhin ordentlich ab. Jeder Track wurde mit einem lauten Jubelschrei abgefeiert und das entlockte dem Frontmann ein kurzes Grinsen. Nach und nach schien er immer mehr von der Meute angesteckt worden zu sein und ab der Hälfte hatte er wohl von der Stage aus mit der Ganzen Halle Freundschaft geschlossen. Kein Erbarmen kannte man mit dem Publikum und so ging es mit einer gewaltigen, geballten Ladung Wut und gutem Old School Death Metal weiter. Mit dem Aufruf, ob die Leute jetzt etwa ein Cover haben wollten, spielte man noch als besonderes Schmankerl ein Bolt Thrower Cover, bevor man die von etlichen Fans in der Halle geforderte Wall of Death startete. Die Betriebstemperatur stieg wie in einer Sauna weiterhin steil an und der Schweiß verließ fast schon Senkrecht viele Headbanger vor der Stage, doch genug hatte man noch immer nicht. Brachial ging die Show weiter und die Zeit verging wie im Fluge. Schlussendlich wollten sich die Herrschaften aus den Arabischen Emirate schon verabschieden, doch die Meute im Volkshaus verlangte nach einer Zugabe und mit einer kurzen Absprache mit dem Soundmann jagte man diese auch schlussendlich durch die Boxen, bevor es nun endgültig zu Ende sein sollte, obwohl das Publikum noch immer nicht genug hatte. Half nichts und man kann nur hoffen, dass Nervecell recht bald wieder einmal Europa bzw. Österreich beehren, denn diesen Abend bzw. den Auftritt wird man wohl in ewiger Erinnerung halten, alleine schon wegen der folgenden Meet & Greet Aktion.
Den Abschluss bzw. den Aftershowauftritt hatten nun Biest aus Marchtrenk zu bestreiten, doch aufgrund musikalischer Desinteresse und musikalisch dargebotener Belanglosigkeit verließ unser Team nach dem ersten Song bereits die Halle. Ein superbes Fest hatte da Berni und die MOJA auf die Beine gestellt und da hoffen wir noch auf einige mehr. Das nächste ist bereits am 23. Oktober und nennt sich October Rust Metal Festival, so seid gespannt was euch da erwarten wird.
Konzertfotos
Für euch vor Ort waren Robert, Rosi und Roman
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