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Stratovarius, Dream Evil & Tracedawn
30.01.2010 Backstage München
Stratovarius war mal wieder unterwegs, und so konnte ich es mir das Konzert der finnischen Band im Münchner Backstage kaum entgehen lassen. Nach einigen organisatorischen Problemen in Salzburg und dann auch in München konnte dann aber einer ordentlichen Party nichts mehr im Wege stehen.
Los ging es gleich mit den jungen Finnen von Tracedawn. Bisher hatte ich die Band nur vom Namen und diverser Werbung (unter anderem die Leiwandwerbung auf dem Wacken Open Air) gekannt, wusste jedoch nicht was mich erwarten würde. Das Set hatte ja schon begonnen als ich die Halle betreten habe und so konnte ich gleich in den Genuss des Melodic Death Metals der Band rund um Sänger Antti Lappalainen kommen. Man hat zwar durchaus gemerkt, dass die Jungs ihre Instrumente beherrschen und auch durchaus beim Publikum in den ersten Reihen punkten können. Auch der Gesang von Antti, der auch immer wieder zum cleanen Gesang wechselte, war nicht wirklich schlecht. Im Großen und Ganzen war Tracedawn aber doch irgendwie etwas fehl am Platz, da die Musikrichtung vielleicht doch nicht so gut zum Power Metal von Stratovarius und Dream Evil passt. Außerdem fehlt doch irgendwie das Spezielle, was die Band dann doch zu einer Melodic Death Metal Band unter vielen macht. Aber die die Musiker sind ja noch jung, da bleibt durchaus noch Zeit um sich zu verbessern.
Nach kurzer Umbaupause ging es dann mit der Band rund um den schwedischen Star-Produzenten Fredrik Nordström (unter anderem In Flames, Hammerfall, Dimmu Borgir) an der Gitarre, nämlich Dream Evil weiter. Die Schweden spielten ihr Programm, welches einen Querschnitt aller Alben, natürlich mit etwas mehr Augenmerk auf den aktuellen Output (In The Night) gelegt wurde, sehr routiniert und konnten somit auch sehr gut beim Münchner Publikum punkten. Sänger Niklas Isfeldt, der optisch vielleicht mit Iron Maiden‘s Bruce Dickinson verwechselt werden könnte, überzeugte mit einer perfekten Gesangsleistung und man merkte ihm auch durchaus an, dass er Spaß an seiner Arbeit hatte. Leider hatte die Band auch nur ca. 45 Minuten Zeit um ihre Songs vorzustellen, was aber trotzdem perfekt zum Anheizen der Fans für den bevorstehenden Gig von Stratovarius geeignet war.
Nach einer etwas längeren Umbaupause war es dann so weit. Timo Kotipelto (voc), Lauri Porra (bass), Jörg Michael (drums), Jens Johansson (keys) und der neue Gitarrist Matias Kupiainen, zusammen auch als Stratovarius bekannt, betraten die Bühne. Für mich war es das erste Konzert der Band, die es mittlerweile ja doch schon seit über 25 Jahren gibt und deshalb war ich durchaus gespannt, ob Timo den Gesang auch Live schafft und vor allem ob Matias den großen Timo Tolkki ersetzen kann. Mit druckvollem und vor allem sehr lauten Sound legte los und brachte schon ziemlich früh im Set Klassiker wie Hunting High And Low und Kiss Of Judas, wobei Timo hier wirklich sehr stark sang, jedoch durch die katastrophalen Background-Vocals von Lauri irgendwie der Gesamteindruck doch etwas verschlechtert wurde. Lauri ist natürlich nicht zum Singen in der Band, sondern zeigt vor allem in einen Bass-Guitar Battle mit Matias und einem folgenden Solo was er drauf hat, und da kann man nur sagen, große Klasse. Der Mann mit Sonnenbrille, Drummer Jörg Michael (unter anderem auch schon bei Rage, Axel Rudi Pell, Saxon oder Running Wild im Einsatz), überzeugte durch sein schnelles und druckvolles Double-Bass Spiel, der Mann mit dem schräg aufgestellten Keyboard, Jens Johansson mit seinen teilweise wohl von den ersten Nintendo-Spielen beeinflussten Keyboardsounds. Mit Stücken wie Million Light Years Away und Eagleheart wurde das Set fortgeführt, wobei man dann immer wieder merkte, dass Matias Kupiainen durchaus ein sehr guter Ersatz für Timo Tolkki ist. Leider ließ mit der Zeit auch die Qualität des Gesanges nach und nachdem auch irgendwie sowieso alles gleich klingt wurde es doch nur ein mittelmäßiger Auftritt der Finnen mit deutscher und schwedischer Unterstützung. Als Zugabe durfte dann natürlich noch Black Diamond nicht fehlen und so verabschiedeten Stratovarius nach gut 1,5 Stunden vom Münchner Publikum.
Alles in allem ein eher durchschnittlicher Konzertabend, was vor allem an der nicht unbedingt dazupassenden Vorband Trancedawn oder auch am nicht unbedingt überzeugenden Auftritt von Stratovarius. Einzig Dream Evil wussten wirklich zu überzeugen.
Konzertfotos
Für euch vor Ort war Chris Egger
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